Pendlerpauschale, Pendlereuro und NÖ-Pendlerhilfe

Grundsätzlich werden sämtliche Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte durch den Verkehrsabsetzbetrag abgegolten.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann jedoch die kleine oder große Pendlerpauschale beansprucht werden.


Wann steht die Pendlerpauschale zu?

Die Pendlerpauschale steht zu,

  • wenn der Arbeitsplatz von der Wohnung mindestens 20 km entfernt liegt und die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels zumutbar ist oder
  • wenn der Arbeitsplatz von der Wohnung mindestens 2 km entfernt liegt, die Nutzung eines Massenbeförderungsmittels jedoch unzumutbar ist; Das ist der Fall, wenn
    – es für mehr als die Hälfte des Arbeitsweges kein öffentl. Verkehrsmittel gibt.
    – die Fahrtdauer mit dem öffentl. Verkehrsmittel mehr als 120 Minuten beträgt.
    – eine Gehbehinderung, Blindheit oder dauernde Gesundheitsschädigung vorliegt.
  • wenn der Arbeitnehmer die Strecke Wohnung – Arbeitsstätte an mindestens 4, aber nicht mehr als 7 Tagen im Kalendermonat zurücklegt besteht Anspruch auf 1/3 des Pendlerpauschales;
  • wenn der Arbeitnehmer die Strecke Wohnung – Arbeitsstätte an mindestens 8, aber nicht mehr als 10 Tagen im Kalendermonat zurücklegt besteht Anspruch auf 2/3 des Pendlerpauschales.

Wie hoch ist die Pendlerpauschale?

Die Pendlerpauschale kann monatlich zwischen EUR 31,– bis EUR 306,– ausmachen. Wieviel Pendlerpauschale Du wann erhältst kannst Du hier nachlesen.

Wie profitiert man vom Pendlereuro?

Der Anspruch auf den Pendlereuro besteht zusätzlich zum kleinen und großen Pendlerpauschale. Der Pendlereuro ist ein Absetzbetrag, der die Lohnsteuer reduziert. Pro Jahr stehen EUR 2,– mal Anzahl der Kilometer (Distanz zw. Wohnung und Arbeitsplatz) zu.

Beispiel: Bei einer Entfernung von 40 km zwischen Wohnung und Arbeitsplatz beträgt der Pendlereuro EUR 80,– pro Jahr.

Wie kann die Pendlerpauschale bzw. der Pendlereuro beantragt werden?

Seit 2014 ist ausschließlich das Ergebnis des Pendlerrechners ausschlaggebend, ob Anspruch auf die Pendlerpauschale und den Pendlereuro besteht und wenn ja, in welcher Höhe. Das Ergebnis des Pendlerrechners ist rechtsverbindlich.

Die Berücksichtigung erfolgt direkt durch den Dienstgeber, wenn Dienstnehmer*innen den Ausdruck des Pendlerrechners beim Dienstgeber vorlegt.

Hat der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz im Ausland ist der Pendlerrechner nicht anwendbar. Dann ist das Formular L33 beim Dienstgeber abzugeben.

Wie sieht es bei Teilzeitkräften mit der Pendlerpauschale bzw. dem Pendlereuro aus?

In diesem Fall wird die Pendlerpauschale sowie der Pendlereuro aliquotiert.

Steht eine Pendlerpauschale auch bei Privatnutzung eines Firmenfahrzeuges zu, für welches ein Sachbezug verrechnet wird?

Seit 1.5.2013 steht keine Pendlerpauschale mehr zu, wenn Dienstnehmer*innen ein Dienstfahrzeug für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung gestellt bekommen.

Wie ist das bei Dienstnehmer*innen die keine Lohnsteuer bezahlen?

Wer die Voraussetzungen für Pendlerpauschale und Pendlereuro erfüllt, aber keine Lohnsteuer zahlt, erhält einen Pendlerzuschlag. Die Negativsteuer kann ab dem Jahr 2016 bis zu EUR 500,– betragen. Die Negativsteuer wird vom Finanzamt über die Arbeitnehmer*innenveranlagung ausbezahlt.


NÖ-PENDLERHILFE

Damit den Pendler*innen aus der Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsort keine Nachteile entstehen leistet das Land NÖ zum Ausgleich eine Pendlerhilfe.

Ab 2019 hat der Antrag ausschließlich online zu erfolgen!

Das Ansuchen muss bis spätestens 31. Oktober des Folgejahres mittels Online-Antrag (inkl. Dienstgeberbestätigung) erfolgen.

Ab einer einfachen Wegstrecke von 40 km beträgt die NÖ-Pendlerhilfe jeweils für Hin- und Rückfahrt einmalig EUR 4,– pro Tageskilometer.

Arbeitnehmer*innen, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, bekommen einen „Öko-Bonus“ in der Höhe von 20% der berechneten Höhe der NÖ-Pendlerhilfe.

Liegt die einfache Wegstrecke bei mindestens 25 km und weniger als 40 km, kann im Förderungszeitraum 2018 einmalig ein Ausgleichsbetrag in der Höhe von EUR 160,– gewährt werden. (Der Einreichungszeitraum für den Förderzeitraum 2018 endet am 31.10.2019.)

Berechnet wird die NÖ-Pendlerhilfe mit einer für die Abteilung Allgemeine Förderung und Stiftungsverwaltung angepassten Version des Routenplaners „anachb.at“. Maßgebend ist die kürzeste Entfernung zwischen Wohnsitz und Arbeitsstätte.

Voraussetzungen für die NÖ-Pendlerhilfe:

  • Hauptwohnsitz in Niederösterreich
  • Entfernung zwischen Wohnsitz und Arbeitsstätte muss mind. 25 km betragen.
  • Für die Fahrt müssen finanzielle Aufwendungen entstehen.
  • Das monatliche Gesamtfamilienbruttoeinkommen darf die festgelegte Höchstgrenze nicht übersteigen:
Haushaltsgröße Einkommensgrenze
Einpersonenhaushalt EUR 1.660,00
Alleinerziehende Elternteile mit 1 Kind EUR 3.320,00
Ehepaar oder Lebensgemeinschaft ohne Kinder EUR 3.320,00
Ehepaar oder Lebensgemeinschaft mit 1 Kind EUR 4.120,00
für jedes weitere Kind EUR 800,00

Was zählt zum Gesamtfamilieneinkommen:

  • Einkünfte des Antragstellers
  • Einkünfte des Ehe- oder Lebenspartners
  • Einkünfte der Kinder für die im Antragszeitraum Familienbeihilfe bezogen wurde

Zum Einkommen zählen:

  • Löhne
  • Gehälter
  • Pensionen
  • Kranken-, Wochen- und Kinderbetreuungsgeld
  • Arbeitslosengeld und vergleichbare Einkünfte vom AMS
  • Unterhalt (Alimente)

Nicht zum Einkommen zählen:

  • Familienbeihilfe
  • Pflegegeld
  • Versehrten- und Unfallrenten

Unterhaltszahlungen an nicht im Haushalt lebende Personen sind vom Einkommen abzuziehen.


Hier kannst Du genauere Informationen zu Pendlerpauschale, Pendlereuro und NÖ-Pendlerhilfe finden:

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