12-Stunden-Arbeitstage, wie wäre das?

Ein eindeutiges Ergebnis liefert eine Umfrage der Arbeiterkammer zum Thema Arbeitszeiten.

Rund 16.000 Menschen haben an der Umfrage teilgenommen.

Vor allem Eltern und PendlerInnen orten große Probleme, sollten solche Arbeitszeiten kommen.

Umfrage:

  •  Neun von zehn Befragten sagen, es wäre für sie „sehr oder eher schwierig“, wenn der Arbeitgeber jederzeit 12-Stunden-Arbeitstage verlangen könnte.
  • Vor allem Eltern und PendlerInnen machen solch lange Arbeitstage Sorgen: Drei von vier Eltern meinen, es wäre „sehr oder eher schwierig“, 12-Stunden-Arbeitstage mit den Bedürfnissen von Kindern zu vereinbaren.
  • 59 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer gaben an, bei Verlängerung der Arbeitszeiten ein „echtes Problem“ mit der Kinderbetreuung zu haben.
  • Dass 12-Stunden-Arbeitstage vorkommen können, diese Erfahrung hat der Großteil bereits gemacht. Nur 23 Prozent der Befragten haben noch nie an einem Tag zwölf Stunden lang gearbeitet.
  • Eindrücklich sind vor allem die Schilderungen, die in den Kommentaren zur Umfrage gegeben wurden. Sie reichen von „Unmöglich für mich, da an meinem Wohnort die Kinderbetreuung ganz schlecht ist. Ich könnte nicht mehr arbeiten“, über „Keine Zeit mehr für die Familie“ bis zu „Extremer Stress, der den Lebensrhythmus durcheinanderbringt“.

Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie der AK Wien, erwartet, dass bei Einführung eines generellen 12-Stunden-Tags die traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Paaren wieder verstärkt wird. „Schon jetzt arbeiten Männer länger und machen Überstunden, Frauen arbeiten hingegen häufiger in Teilzeit. 12-Stunden-Arbeitstage sind mit Kindern nur schwer vereinbar: Der eine Elternteil – in fast allen Fällen der Mann – würde künftig noch öfter den Großteil verdienen, der andere Elternteil – also die Mutter – sich um die Kinder und einen Zuverdienst kümmern. Das wäre ein enormer Rückschritt auf dem Weg zur Gleichstellung von Mann und Frau.“ So lange generelle Arbeitszeiten würden Frauen in eine Abhängigkeits- und Armutsfalle führen, warnt Ingrid Moritz.

Mehr Kommentare und Informationen zur Umfrage
findest Du am Portal der Arbeiterkammer!

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