Unser Pensionssystem ist sicher!

rente_pixelio.deDie Gewerkschaft der Privatangestellten startete soeben eine Aktionswoche zum Thema Pensionen. Unter diesem Link gelangst du zu allen Vorträgen aus der Auftaktveranstaltung. Näheres erfährst du wenn du weiterliest.An dieser Stelle seien vor allem die Vorträge von Josef Wöss, Annelie Buntenbach und David Muhm aus oben verlinkter Vortragsreihe empfohlen:
Josef Wöss ist DER Pensions-Experte der Arbeiterkammer. Er diskutiert Zahlen und Fakten zum umlagefinanzierten Pensionssystem und gelangt zum Ergebnis, dass unser Pensionssystem sicher ist und auch künftig gesichert sein wird.
Annelie Buntenbach ist deutsche Gewerkschafterin. Deutschland hat bereits unter Schröder massiv auf die zweite (betriebliche Vorsorge) und dritte Säule (private Vorsorge) des Pensionssystems gesetzt. Freilich nicht ohne die erste Säule (öffentliche Pension) drastisch zu reduzieren. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd…
David Muhm geht in seinem Beitrag darauf ein, wie Statistiken und Indizes so verbogen werden, um gezielt Unsicherheitsgefühle im Hinblick auf den eigenen Pensionsanspruch aus dem öffentlichen Pensionssystem zu schüren. Denn ist erst einmal die Unsicherheit geschürt, lassen sich die ArbeitnehmerInnen viel leichter eine 2. und 3. Säule auf Kosten der ersten Säule einreden… dieser Beitrag erklärt vieles.

Anmerkung des Betriebsrates: Das umlagefinanzierte Pensionssystem ist mit riesigem Abstand das Kosteneffizienteste. Es werden keine Depotführungskosten, keine Ausgabeaufschläge für Fonds, keine Verwaltungsspesen, Provisionen etc. abgezogen. Zudem hält sich das Investitionsrisiko im Gegensatz zu den anderen beiden Säulen in absoluten Grenzen, da eine Volkswirtschaft immer etwas verteilen kann – zum Beispiel an jene, die Pensionsansprüche erworben haben.
Warum gibt es dann laufend Negativberichterstattung?
Das umlagefinanzierte öffentliche Pensionssystem, also die 1. Säule, führt zu einer Umverteilung sehr großer Geldmengen. Diese Geldmengen sind dem Kapitalmarkt weitgehend entzogen – was übrigens massiv zur herausragenden Sicherheit dieser 1. Säule beiträgt: Während 2008 ArbeitnehmerInnen und PensionIstinnen aus Ländern die vor allem auf die private Pensionsvorsorge gesetzt haben (z.B. den USA und GB) fast alles, bis komplett alles verloren haben und bis ins hohe Alter werden arbeiten müssen (sic!), haben österreichische PensionistInnen keine Verluste ihrer Pensionsansprüche hinnehmen müssen.
Dummer Weise verdient aber kaum jemand an dieser Umverteilung über das öffentliche Pensionsystem. Damit Versicherungskonzerne, sonstige Vermögensverwalter und Banken weiter wachsenden Profit lukrieren können, wird viel Lobbyarbeit betrieben, um die öffentliche 1. Säule krankzureden und krankzurechnen (im Vortrag von David Muhm geht es unter anderem darum).
Wird wie in Deutschland die öffentliche 1. Säule zu Gunsten einer zweiten und dritten Säule der Pensionsvorsorge geschmälert, fließen die Gelder nicht mehr “nur” zu den PesnionistInnen, sondern zu erst zu den Versicherern und Banken, welche ab dann auch an den Geldemengen partizipieren, sprich verdienen können, um diese am Kapitalmarkt zu veranlagen. Was so schön sicher klingt (3 Säulen, statt nur einer) ist den bekannten Risiken der Veranlagung ausgesetzt: Crasht der Aktien- und/oder der Anleihemarkt, löst sich verdammt viel Kapital und vice versa Pensionsanspruch in spekulative Luft auf.
Der Chefvolkswirt der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (das Institut gilt als die Zentralbank der Zentralbanken) warnte übrigens bereits 2014 davor, dass konservative Anleger wie Pensionsfonds und Vermögensverwalter einen “schmerzhaften und zerstörerischen Umschwung” an den Finanzmärkten auslösen könnten (unter diesem Link gelangst du zur Quelle dieser Angabe).
Das klingt nicht gerade nach zusätzlicher Sicherheit…

Bildquelle: I-Vista / pixelio.de

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.